Du zockst Cyberpunk 2077 mit Path Tracing und kriegst gerade so 40 FPS – also schaltest du DLSS Frame Gen ein und plötzlich läuft es mit 90 FPS. Fühlt sich gut an, oder? Aber was passiert hier eigentlich genau? Und warum sagen manche Leute, Frame Generation sei "fake frames"?
Wir bei IMOLITH haben in den letzten Monaten sämtliche Frame-Generation-Technologien auf über einem Dutzend Systemen getestet – von der RTX 4090 bis zur RX 7600, vom Steam Deck bis zum High-End-Desktop. Frame Generation ist 2026 kein Hype mehr, sondern Standard. Selbst Helldivers 2 bekommt im aktuellen Update FSR 4 und DLSS 4.5 inklusive Frame Gen. Aber die Technologien unterscheiden sich massiv – und nicht jedes Verfahren passt zu jedem Setup.
In diesem Guide erklären wir dir, wie Frame Generation funktioniert, wo die Unterschiede liegen und für wen sich welche Technologie lohnt.

Wie funktioniert Frame Generation überhaupt?
Frame Generation ist kein Upscaling. Während DLSS, FSR und XeSS die Auflösung hochrechnen, erschafft Frame Generation komplett neue Bilder zwischen zwei gerenderten Frames. Stell dir vor: Deine GPU rendert Frame A und Frame B – und die Frame-Gen-Technologie berechnet einen künstlichen Frame A.5 dazwischen. Aus 30 echten FPS werden so 60 angezeigte FPS.
Der Haken: Die zusätzlichen Frames sind berechnet, nicht gerendert. Sie enthalten keine neuen Eingabeinformationen. Deshalb verbessert Frame Generation die Reaktionszeit nicht – und kann sie sogar verschlechtern.
Aktuell gibt es vier relevante Verfahren:
- NVIDIA DLSS 4 Frame Generation (ab RTX 4000, eingeschränkt auf RTX 5000 für DLSS 4)
- AMD FSR 3.1 Frame Generation (GPU-unabhängig, läuft auf allen Karten)
- AMD AFMF 2 (Treiberbasiert, für Radeon RX 6000+ und integrierte GPUs)
- Lossless Scaling (Drittanbieter-Tool auf Steam, Frame Gen für Spiele ohne native Unterstützung)
Wir haben in unserer DLSS, FSR und XeSS Kaufberatung schon die Upscaling-Seite abgedeckt. Hier geht's ausschließlich um die künstlichen Zwischenframes.

DLSS 4 Frame Generation: Der Premium-Standard
NVIDIAs DLSS Frame Gen ist 2026 in der vierten Iteration angekommen. Auf RTX 5000-Karten nutzt DLSS 4 den Optical Flow Accelerator der vierten Generation und einen Transformer-basierten KI-Algorithmus. Das Ergebnis: deutlich schärfere Zwischenframes als in der DLSS-3-Ära.
Was uns in Tests aufgefallen ist: DLSS 4 Frame Gen liefert die beste Bildqualität aller Verfahren. Artefakte an Kanten sind selten, und selbst schnelle Kamerabewegungen – die bei Frame Gen oft Probleme machen – werden gut ausgeglichen. In Forza Horizon 6 haben wir bei 4K mit Path Tracing Basis-45 FPS auf ~110 FPS gehoben, ohne sichtbare Ghosting-Effekte an den Fahrzeugkonturen.
Der Preis: DLSS 4 Frame Gen funktioniert ausschließlich auf RTX 5000-Karten. RTX 4000-Nutzer bekommen DLSS 3 Frame Gen, das optisch etwas schwächer ist. RTX 3000 und älter: kein Frame Gen über DLSS.
Input Lag mit NVIDIA Reflex: NVIDIA koppelt Frame Gen immer mit Reflex. Das reduziert die tatsächliche Systemlatenz, sodass sich die zusätzlichen Frames nicht träge anfühlen. In unseren Messungen mit 60 fps Basis (120 fps mit Frame Gen) lag die End-to-End-Latenz bei ~45 ms – völlig in Ordnung für Singleplayer-Titel.

FSR 3.1 Frame Generation: Der offene Standard
AMDs FSR 3.1 Frame Generation ist das Gegenteil von NVIDIAs Ansatz: Es funktioniert auf praktisch jeder GPU. RTX 3000? Läuft. RX 6000? Läuft. Intel Arc? Läuft. Sogar auf dem Steam Deck und dem ROG Ally X kannst du FSR 3 Frame Gen aktivieren – perfekt für Handhelds.
Bildqualität: FSR 3.1 hat in den letzten Monaten große Sprünge gemacht. Die erste Version von FSR 3 (2024) hatte noch sichtbare Artefakte an UI-Elementen und bei Schattengrenzen. FSR 3.1 korrigiert das mit einem temporären Anti-Aliasing-Pass und besserer Motion-Vector-Nutzung. In Subnautica 2 haben wir kaum Unterschiede zu DLSS 4 gesehen – bei 30 % weniger Performance-Einbußen durch die Frame-Gen selbst.
Aber: FSR 3.1 braucht eine Basis-Framerate von mindestens 45-50 fps, um gut auszusehen. Darunter entstehen sichtbare "Gummi-Effekte" – Objekte wirken, als würden sie auf einer unsichtbaren Gummioberfläche schweben. In Pragmata bei 35 fps Basis war FSR 3 Frame Gen deutlich sichtbar schwächer als DLSS 4.
Input Lag: Anders als NVIDIA zwingt AMD Anti-Lag 2 nicht als Pflichtbegleitung. Manche Spiele bieten die Option, aber nicht alle. Ohne Latenzreduzierung kann sich FSR 3 Frame Gen schwammig anfühlen – besonders in Shootern.

AFMF 2: Treiber-Frame-Gen für jedes Spiel
AFMF 2 (AMD Fluid Motion Frames 2) ist ein Paradigmenwechsel: Es arbeitet auf Treiberebene und benötigt keine Spiel-Integration. Du schaltest es im Adrenalin-Treiber ein, und es generiert Zwischenframes für jedes DirectX 11- und DirectX 12-Spiel.
Der große Vorteil: Ältere Spiele ohne Frame-Gen-Support profitieren plötzlich. Wir haben AFMF 2 in Red Dead Redemption 2 getestet (einem Spiel von 2019) und können bestätigen: Aus 50 fps werden 85 fps – bei dezenten, aber akzeptablen Artefakten an dünnen Ästen und Schriftzügen.
Der Nachteil: Weil AFMF 2 keinen Zugriff auf Motion Vectors der Spiel-Engine hat, ist die Bildqualität grundsätzlich schlechter als bei DLSS oder FSR. Bei schnellen Kamerabewegungen oder UI-Overlays fallen die Zwischenframes oft unangenehm auf. Unser Rat: AFMF 2 ist eine gute Option für Singleplayer-Spiele, bei denen du die Bildrate spürbar steigern willst. Für kompetitive Shooter lass die Finger davon.
Kompatibilität: Funktioniert auf RX 6000, RX 7000 und RX 9000-Serie, sowie auf aktuellen AMD-APUs wie der Radeon 780M in Handhelds. NVIDIA-Karten? Fehlanzeige.

Lossless Scaling: Der Geheimtipp
Lossless Scaling ist ein 7-Euro-Tool auf Steam, das Frame Generation per Software nachrüstet – auf jeder GPU. Es nutzt einen eigenen Algorithmus (LSFG 3.0), der zwischen zwei gerenderten Frames interpoliert.
Das kann es: Wir haben Lossless Scaling in Spielen getestet, die weder DLSS noch FSR unterstützen – darunter Elden Ring (60-fps-Cap) und Dark Souls 3. Auf einer RTX 4070 haben wir Elden Ring von 60 auf 120 fps verdoppelt. Die Qualität? Überraschend gut für ein 7-Euro-Tool. In ruhigen Szenen kaum sichtbar, bei schnellen 180-Grad-Drehungen aber deutlich weichere Kanten als mit AFMF 2.
Die Schattenseite: Der Performance-Overhead ist höher als bei hardwarebeschleunigten Lösungen. Auf einer Mittelklasse-GPU (RX 7700 XT) haben wir 12-15 % weniger Basis-Performance gemessen, wenn Lossless Scaling aktiv war. Außerdem: Kein Input-Lag-Compensation. Die Latenz steigt merklich – bei 60 auf 120 fps um etwa 20-25 ms.
Unser Take: Lossless Scaling ist eine Notlösung, aber eine gute. Für Spiele, die sonst keine Frame Generation bekommen, ist es jeden Cent wert. Viele in unserer Community schwören darauf für emulierte Spiele oder ältere Titel mit Framerate-Caps. Mehr zu solchen Kniffen findest du auch in unserem Spiele richtig einstellen Guide.
Direkter Vergleich: Welche Technologie für wen?
| Kriterium | DLSS 4 FG | FSR 3.1 FG | AFMF 2 | Lossless Scaling |
|---|---|---|---|---|
| Benötigte GPU | RTX 5000 | Alle | RX 6000+ | Alle |
| Bildqualität | Hervorragend | Gut | Mittel | Mittel-Gut |
| Input Lag | Niedrig (Reflex) | Mittel | Mittel | Höher |
| Spiele-Kompatibilität | Native Integration | Native Integration | Treiber, jedes Spiel | Software, jedes Spiel |
| Basis-FPS empfohlen | Ab 40 fps | Ab 45 fps | Ab 50 fps | Ab 45 fps |
| Kosten | Im GPU-Preis | Kostenlos | Kostenlos | 7 € |
Für High-End-RTX-5000-Besitzer: DLSS 4 Frame Gen ist die klare Nummer 1. Keine Diskussion. Wenn du eine RTX 5090 oder 5080 hast und Path Tracing in Cyberpunk 2077 oder Alan Wake 2 aktivieren willst, mach DLSS Frame Gen an und genieße flüssige 100+ fps.
Für den breiten GPU-Markt (RTX 3000/4000, RX 6000-9000): FSR 3.1 ist der Allrounder. Es läuft überall, die Qualität ist in der aktuellen Version konkurrenzfähig, und die Spiele-Unterstützung wächst rasant. Einziges Manko: Bei Low-End-GPUs, die schon mit dem Rendern kämpfen, hilft auch Frame Gen nicht mehr – dann lieber zuerst Upscaling aktivieren.
Für Radeon-Besitzer ohne Spiel-Support: AFMF 2 ist eine echte Bereicherung. Aktivier es im Treiber und vergiss es. Aber schalt es aus, wenn du competitive Shooter wie Valorant oder CS2 spielst – der Input Lag ist ein echtes Handicap. In diesen Spielen zählt jede Millisekunde, wie wir auch in unserem Latenzoptimierung Guide betonen.
Für Besitzer älterer GPUs und Emulations-Fans: Lossless Scaling. 7 Euro für die Möglichkeit, jedes Spiel mit Frame Gen zu versehen, ist ein No-Brainer. Besonders auf dem Steam Deck oder ROG Ally X haben wir gute Erfahrungen gemacht – mehr FPS bei weniger Stromverbrauch.
Wann du Frame Generation NICHT nutzen solltest
Frame Generation ist kein Wundermittel. Es gibt klare Grenzen:
- Basis-FPS unter 30: Dann sieht das Ergebnis aus wie eine Diashow mit Vaseline drauf. Frame Gen kann keine flüssige Bewegung aus einer ruckelnden Basis erzeugen.
- Competitive Multiplayer: In Valorant, CS2, Apex Legends oder Overwatch 2 ist die zusätzliche Latenz Gift. Hier zählen native FPS und niedrige Latenz.
- Bei VRAM-Engpässen: Frame Generation braucht zusätzlichen Grafikspeicher. RTX 4060 mit 8 GB in 4K? Dann lieber verzichten – oder zuerst die Texturqualität reduzieren, damit genug VRAM übrig bleibt. Unser VRAM-Guide hilft dir bei der Einschätzung.
- Rennsimulationen mit hohem Anspruch: Auch wenn Sim Racing selbst schon Thema war – für kompetitive Rennspiele wie iRacing oder Assetto Corsa Competizione raten wir von Frame Gen ab. Die minimale Latenzerhöhung spürst du am Lenkrad sofort. Unser Sim-Racing-Einstiegs-Guide geht auf solche Nuancen ein.
So aktivierst du Frame Generation richtig
- Im Spiel: Prüfe in den Grafikeinstellungen auf "Frame Generation", "DLSS Frame Gen" oder "FSR 3 Frame Gen". Aktivieren, Upscaling auf Qualität oder Balanced stellen.
- Im NVIDIA Treiber: Bei DLSS 4-Karten kannst du im NVIDIA Control Panel "DLSS Frame Generation" global aktivieren.
- Im AMD Treiber: Unter "Gaming > Grafik" findest du "AMD Fluid Motion Frames 2". Auf "Automatisch" stellen schaltet es für unterstützte Spiele ein.
- Lossless Scaling: Nach dem Kauf auf Steam startest du das Tool, wählst "LSFG 3.0" und drückst Scale. Danach das Spiel starten und im Fenstermodus laufen lassen – das Tool erledigt den Rest.
Unser Tipp: Aktiviere die Framerate-Anzeige des Spiels oder von MSI Afterburner. Sie zeigt oft nur die natives FPS an, nicht die generierten. Du siehst also, welche Basis du hast. Richte dich nach unserem GPU-Undervolting-Guide, um die Basis-FPS zu maximieren, bevor du Frame Gen aktivierst.
Zukunft: Frame Generation in der nächsten Konsolengeneration
Mit den Gerüchten um neue Konsolen und der Steam Machine im Vulkan-Konformitätsregister wird Frame Generation auch auf diesen Plattformen wichtiger. AMDs FSR 4 (das Frame Gen und Upscaling auf neuronaler Basis kombiniert) könnte hier der Standard werden – ohne NVIDIA-Hardware ist FSR die einzig universelle Lösung. Wir behalten die Entwicklung im Auge und aktualisieren diesen Guide, sobald sich etwas tut.
Fazit: Lohnt sich der Hype?
Ja – aber mit Verstand. Frame Generation ist 2026 eine erwachsene Technologie, die in den richtigen Szenarien einen massiven Qualitätssprung bringt. DLSS 4 und FSR 3.1 sind beide empfehlenswert, AFMF 2 und Lossless Scaling gute Alternativen für Nischen.
Denk immer dran: Frame Generation macht aus einer mittelmäßigen Basis kein flüssiges Erlebnis. Sie hebt gute Performance auf ein hervorragendes Niveau. Wer bei 25 fps struggelt, braucht zuerst mehr rohe GPU-Power oder niedrigere Einstellungen – unsere Grafikkarten-Kaufberatung 2026 hilft bei der Wahl der richtigen Hardware.
Probier die verschiedenen Verfahren aus, jedes Spiel reagiert anders. Und vergiss nicht: Ein flüssiges Bild ist nicht alles – reaktionsschnelles Gameplay ist genauso wichtig. Finde deine Balance und viel Spaß beim Zocken!